Origings

While working as a nude model I had such an inspiring experience with my body and with the pain and how to transform it into something transcendental. One year of the nude model job at the art academy in Dresden made me strong and taught me the basic rules of the performance art without knowing that it was a performance art. Below you can read some of my feelings and thoughts while standing nude for art students. The text is in German. 

20.10.2011

Kunstakademie Dresden

Heute habe ich wieder Aktmodell gemacht. Das letzte Mal stand ich vor einem halben Jahr Akt und jetzt ist es aufregend, mich mit neuen Gedanken und Erfahrungen auseinanderzusetzen. Als anfing, als Aktmodell zu arbeiten, war meine Intention etwas Geld zu verdienen und meine Neugieri zu stillen. Heute war es ganz anderes. Ich sah meine Arbeit an der Kunstakademie als Vorbereitung auf was Größeres, auf meine Art-Performances und allgemein aufs Leben. Dabei überlegte ich mir, einen Kurzfilm über die Aktmodelle und den Kunststudenten, die sie zeichnen zu drehen. Heute habe ich noch mal festgestellt, wie manche Studenten hochnäsig und nicht richtig fleißig sind. Am Ende war ich auch etwas enttäuscht, als ich einen Studenten fragte, ob ich seine Arbeit geschenkt bekommen dürfte.  Zuerst wusste er gar nicht, was er drauf antworten soll. Dann haben wir beiden den Professor angesprochen, der auch etwas unsicher war. Letztendlich wollte der Studierende die Arbeit auf keinen Fall verschenken, weil es seine Kunst ist, womit er später vielleicht Geld verdienen mag. Es hat mich richtig wütend gemacht. Ich habe ja meine Energie, meine Kraft, mein Körper komplett der Kunst aufgegeben und zurück wollte ich nur eine seiner Skizzen haben. Es ist so schade, dass sie alle nur aufs Geld hinaus sind. Aber dass die Künstler auch überleben müssen, war mir auch klar.

Wahrnehmung des Raums

Der Unterricht ging um 9.30Uhr los.  Ich habe mich auf den Sockel hingestellt. Da ich mir selber die Positionen ausdenken musste, bereitete ich ein paar schon vorher, damit ich mich auf meinen Körper konzertieren konnte. Der Sockel, auf dem man stand, war sehr klein. Ich finde diese Einschränkung inspirierend. Es stellte sich immer wieder heraus, wie viel Positionen eigentlich auf so einem kleinen Platz stellen kann. Was mich noch begeisterte, waren es die Studierende und der Professor.  Als sich Studenten im Raum bewegten, um einen Besser Blick auf mich zu bekommen, spürte ich einen künstlerischen Schwung, ich dachte dann mit und stellte mir vor, wie ich mich selber zeichnen würde oder aus welchem Blickwinkel auf mich geschaut hätte. Der Professor ist recht aktiv während des Unterrichtes gewesen. Seine Aufgabe ist die Unterstützung von Studenten beim Malen oder Zeichnen. Seine Rundgänge durch den Raum, laute Kommentare, wie man Spannung des Körpers am besten darstellen kann, Ansagen der Zeit, wie viel es Zeit übrig für die nächsten Positionen geblieben ist - all dies schaffte schwer zu beschreibende Atmosphäre, die mich sehr viel beeindruckte.

Beim Stehen blieb mein Blick kalt und sehr auf einen Punkt konzentriert. Ich erstarrte und spürte keinen Menschen um mich herum. Es war die Zeit für die Kunst. Ich hörte nur das eifrige Rascheln von Papier, Bleistift, Pinseln etc.

Wahrmunnehg des Körpers

Der Anfang ging relativ schnell und ohne jegliche Schmerzen. Dagegen war die zweite Position schmerzhaft, mein Körper ist sehr angespannt gewesen und fing bald an zu zittern. Bekanntlich haben Menschen Angst vor Schmerzen, man mag sie vermeiden und nie sie an eigenem Leib spüren. Ich gehe mit den Schmerzen offen um, beim Aktmodellen warte ich ganz gespannt darauf, wann die Schmerzen vorkommen würden. Jede Position ist eng mit den schmerzvollen Anspannungen verbunden, man kann manchmal sie nicht ausstehen. Das einzige Heilmittel dagegen ist die Geduld und der Gedankenwechsel. Sobald man an die Schmerzen nicht denkt, lassen sie langsam nach. Anderseits glaube ich, dass man eigenen Körper von verschiedenen Perspektiven kennen lernen kann, wenn man die Schmerzen bewusst aufarbeiten kann. Wenn die Hände oder die Beine zittern, muss man bloß abwarten, das Zittern beobachten und nicht unbedingt etwas dagegen tun.

Heute bin ich auf die Idee gekommen, dass wenn ich als Aktmodell stehe, habe ich nur positive Gedanken. Man denkt drüber nach, was man am Tag noch alles ansteht, wie und wann man alles erledigen kann. Man denkt dabei an künftige Projekte und tolle Mitmenschen. Ich sehe es eine Art von Therapie für mich.  Nach dem Modelln gehe ich zwar etwas erschöpft raus, dafür fühlt es sich generell sehr gut an. Der Körper ist erleichtert und man hat noch viel Kraft für den Alltag und weitere Pläne.

Demnächst hoffe ich sehr, dass ich die Kommentare des Professors aufnehmen kann und dass ich ein Video über den Unterricht drehen könnte.